|
16. Nov. 2004
3. Oktobert
2004
22. Mai 2004
6. März 2004
8.8.20003
21.06.03
|
Eine
neue Perspektive für das GesundheitsParlament?
Auf der
Mitgliederversammlung des GP am 13. Nov. 2004 in Berlin wurde beschlossen,
das GP in Zukunft als Netzwerk aufzubauen, welches sich um die brennenden
Fragen der Entwicklung eines selbstbestimmten Gesundheitswesens
(anstatt eines von Kapitalinteressen fremdbestimmten) dynamisch
bildet.
Die
bürgerlichen Strukturen taugen nicht mehr für neue Entwicklungen
Der Versuch, das GP über eine Vereinsstruktur aufzubauen, wurde
von der Mehrheit der anwesenden Mitglieder als gescheitert betrachtet
und deshalb die Auflösung des in Gründung befindlichen
Vereins "Deutsches GesundheitsParlament" beschlossen.
Je mehr Struktur das GP bekommen hat, desto weniger Menschen und
NGOs haben aktiv mitgearbeitet; desto mehr schienen die Aktiven
vom Vorstand als Einzelkämpfer; desto mehr wurde es zum Problem,
dass jemand versucht hat, das GP für seine Interessen zu funktionalisieren.
Diese Problematik besteht seit der Initiative auf dem Gesundheitstag
2000.
Durch die Auflösung des Vereins und die Hinwendung zu einem
gleichberechtigten Netzwerk, in dem nur eigenverantwortliche
Menschen und NGOs zusammenarbeiten, kann keiner mit dem GP als Institution
werben oder Geld verdienen - aber alle können daraus Nutzen
ziehen, wenn sie Aktivität einbringen. Und wir müssen
uns nicht ständig mit den nervtötenden Organisationsfragen
beschäftigen.
Die
Stärke eines Netzwerkes entsteht durch inhaltlichen Zusammenhalt
Die Stärke des Netzwerkes wird durch die inhaltliche Überzeugung
und in wichtigen Fragen Übereinstimmung der kompetenten AktivistInnen
gebildet. Diese Stärke wird sich - wenn sie denn entwickelt
wird - als nachhaltiger erweisen als eine fest strukturierte Organisation.
Die bürgerlichen Rechtsformen sehen leider nur Strukturen vor,
die an antiquierten Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen orientiert
sind. Diese Organisationsformen sind leicht zu blockieren oder zu
okkupieren und als Platz um Machtgerangel sehr beliebt. Für
neue dynamische, entwicklungs- und gesundheitsorientierte Gruppenstrukturen
gibt es bislang noch keine Rechtsform. Deshalb wollen wir in unserem
jetzigen Entwicklungsstadium das GP nicht in eine der bekannten
Rechtsformen zwängen sondern im freien Spiel um gute Lösungen
für die schwierigen Probleme unserer Zeit bilden.
Die Entscheidungen sollen sich auf der inhaltlichen Ebene und
in der Praxis herauskristallisieren.
Durch die weitere alternative Vernetzung im Gesundheitsbereich werden
immer wieder neue Projekte kreativ entstehen - wie es jetzt z. T.
schon als 'Nebenwirkung' unserer Aktivitäten geschehen ist.
Die Attraktivität der GP-Idee zu dieser Vernetzung hat sich
schon bewährt.
Das
GesundheitsParlament für Visionen einer salutogenen Gesellschaft
Das GP-Netzwerk soll ein Ort sein, an dem Fragen diskutiert und
bearbeitet werden, die bislang keinen überregionalen Ort haben.
Das GP-Netzwerk soll die Vision eines gesundheitsförderlichen
Gesundheitswesens entfalten und konkret und praxisrelevant ausarbeiten.
Die Umsetzung erfolgt dann vor allem in weitgehend autonomen regionalen
und lokalen NROs und Projekten. Als Informations- und Diskussionsplattform
kann diese Homepage endlich mal genutzt werden.
Konkret will eine Gruppe von sechs Aktiven eine Veranstaltung für
den nächsten Herbst vorbereiten zu dem Wechselspiel von Salutogenese
und den Kontexten des Lebens, wie z. B. Armut und Wohlstand,
kulturelle Normen u.a.m.
Welche gesellschaftlichen, sozikulturellen und Umwelt-Kontexte
wirken salutogen?
In dem AK des GP 'Integrative Medizin' (den es jetzt nicht mehr
gibt) hatten wir 2002 drei gesundheitsförderliche Qualitäten
herausgearbeitet: Bewusstheit, Integration (Zugehörigkeit)
und Selbstbestimmtheit ('Autonomie'). Diese Eigenschaften, die
Ziel und Inhalt vieler Therapie-, Beratungs- und Erziehungsmethoden
sind, haben eine wesensmäßige Analogie mit den salutogenen
Aspekten von A. Antonowsky, mit Verstehbarkeit, Bedeutsamkeit
und Handhabbarkeit. So kann die Frage nach gesellschaftlichen
Kontexten, die diese Qualitäten fördern, uns zu salutogenen
Kontexten führen.
Anregungen, Konkretisierungen, Beiträge und Ausarbeitungen
zu diesem großen Themenbereich für eine salutogene Gesellschaft
sind jederzeit willkommen.
Theo Petzold
Soll das GesundheitsParlament
aufgelöst werden?
Der Frust über unsere mangelnden Ressourcen und
die mangelnde Resonanz sowie ein handfester Streit im Vorstand lassen
uns die Frage stellen, ob wir oder vielleicht jemand anders das
GP weiterführen sollen? Oder sollen wir den (noch nicht eingetragenen)
Verein wieder auflösen? Oder wollen wir mal zwei Jahre nur
im Stillen die Vernetzungsarbeit voranbringen?
Der Kassenwart Stefan Tomek ist der Ansicht, wir sollten das GP
durch Marketing aufbauen - wobei das Marketing auch undemokratische
Verhaltensweisen rechtfertigen soll.
Dies wird das Hauptthema auf der JahresMitgliederversammlung am
13. Nov. sein.
Teilen Sie uns schon vorher Ihre Meinung zu diesen
Themen mit - entweder in unserem Forum oder per Mail oder Post.
Theodor Dierk Petzold
Endlich soll eine "Bürgerversicherung"
mit Anrechnung aller Einkommensarten kommen! Aber mit welchen Bedingungen?
(s.a. unten)
Wir brauchen und fordern deshalb:
Mehr Mitbestimmung und Wahlmöglichkeiten
bei der Therapie für alle Versicherten!
Kommentar zur aktuell chronischen Gesundheitspolitik
der Regierung:
"Es gibt viel zu weinen -
lachen wir uns gesund!"
Das gibt's zu beweinen:
Die verschärfte Umverteilung des Wohlstands und damit auch
der Gesundheit von Arm nach Reich;
die Verschlechterung der Prävention;
die Liquidierung vieler Naturheilpräparate und damit sowohl
der Wahlmöglichkeiten der BürgerInnen als auch der Therapiefreiheit
der ÄrztInnen;
die Festschreibung der Kassenmedizin auf Diagnose bezogene Leistungen
und damit Verbannung ganzheitlicher und salutogenetischer Sichtweisen
in die Alternativmedizin für SelbstzahlerInnen;
den 'gläsernen Patienten' u.a.m.
So können wir uns gesund lachen: unsere Gesundheitsziele
verfolgen:
1. Unsere Autonomie stärken: Selbstbestimmung praktizieren
und Mitbestimmungsmöglichkeiten für jeweils Betroffene
in allen gesellschaftlichen Bereichen erkämpfen. Würde
entwickeln und zeigen.
2. Integration erreichen: Solidarität praktizieren,
den Schwächeren helfen - jeder Mensch ist wert, gesund zu werden
und ein Teil der Menschheit zu bleiben; nicht ausgrenzen sondern
einschließlich denken und fühlen und kommunizieren -
das gilt auch für unsere eigenen Persönlichkeitsanteile
- für Sexualität genauso wie Spiritualität. Alles
hat seine Bedeutsamkeit für unsere gesunde Entwicklung.
3. Bewusstsein bilden: Zusammenhänge verstehbar machen
(z.B. von Armut und Gesundheit; von Zuckerkonsum und Erkrankungen;
von Gottesglaube und gesundem Leben; von Stress und gesunder Entwicklung
usw.).
Theodor Dierk Petzold
Eine 'Bürgerversicherung' für
alle!
(s.a. die Seite 'Das G-Parlament')
Endlich kommt mal ein Thema in die öffentliche gesundheitspolitische
Diskussion, bei dem es sinnvoll erscheint mit zu diskutieren. Aber
aufgepasst: Das Verwirrspiel und die Kopfpauschalenjäger werden
gleich mitgeliefert. Die Kosten sollen weiter steigen, die Versicherten
dürfen noch dazu zahlen.
Wenn die PolitikerInnen von 'Eigenverantwortung' der Versicherten
reden (was eigentlich die Kosten senken sollte), meinen sie meist
die finanzielle Doppelbelastung: einmal sollen die BürgerInnen
die Versicherung bezahlen und zweitens auch noch extra einen Teil
der Behandlungen. Dabei werden die BürgerInnen doppelt entmündigt:
1. können sie ihren Beitrag zur Versicherung nicht mitbestimmen
und zweitens wird ihnen die Art der Behandlung verordnet - da ist
kein Raum für wirkliche Eigenverantwortung.
Wenn wir vom GesundheitsParlament von 'Eigenverantwortung' sprechen,
um die Gesundheit aller Menschen zu fördern, meinen wir zum
Einen vermehrte Eigenkompetenz zu einem gesundheitsförderlichen
Verhalten, die Möglichkeit zu Selbst- und Mitbestimmung in
allem was die Gesundheit betrifft (Ernährung, Zahnfüllungen,
Umwelt, Streß in der Schule und am Arbeitsplatz, usw.) und
natürlich bei der Wahl der vorbeugenden Maßnahmen genauso
wie bei den Behandlungen und Medikamenten. Eigenverantwortung bedeutet,
dass jeder Mensch ganz wesentlich darüber selbst bestimmt oder
mitbestimmt, wie seine Versicherungsbeiträge ausgegeben werden.
'Eine Gesundheitsversicherung für alle' haben wir im letzten
Jahr auf unserer Homepage und in unserem Rundbrief gefordert und
mit der Gesundheitsbeauftragten der Grünen diskutiert und zuletzt
in der Podiumsdiskussion auf der Gesundheitskonferenz im Juni 03
in Berlin wiederholt. Nachdem die Grünen ihre Forderung nach
einer Bürgerversicherung aus dem letzten Wahlkampf ziemlich
draußen gelassen hatten, haben wir nicht damit gerechnet,
dass es jetzt so schnell zum großen Thema wird - obwohl sich
fast alle Sachverständigen in dem Punkt einig sind, dass langfristig
nur so die Probleme zu lösen sind. So begrüßen wir
jetzt die Diskussion um die Grundsätze des Gesundheitsversicherungswesens.
Neue Impulse von der Gesundheitskonferenz
des GP 2003 in Berlin
Es war ein seltenes und spannendes Zusammenkommen
in Berlin: Herr Günther Heiß, Vorsitzender der Dr. Ingeborg
Gebert-Heiß Stiftung mit dem diesjährigen Preisträger
ihres Europäischen Medizinpreises' Dr. med. Rüdiger
Dahlke, Prof. Dr. jur. Mattoug, Dr. med. Therese von Schwarzenberg,
Cornelia van Laar, Dr. med. Ellis Huber, Prof. Peschanel, Dr. phil.
Dr. med. Grossarth-Maticek, Silke Schmalfuß-Soth, Dr. jur.
Bernard Wallner, MdB Ulrike Höfken sowie vom GesundheitsParlament
als ReferentInnen Antje Bultmann, Theo Petzold und R. Stefan Tomek.
Es ging um die Medizin der Zukunft. Um Krebs
und um die Frage, ob wir die Medizin der Zukunft durch Reformen
von oben oder Revolution von unten erreichen. Alle waren sich
einig, daß man bei den aktuellen Einschränkungen im Gesundheitsbereich
nicht von Reformen sprechen dürfte.
Es wurden bei den Vorträgen und Podiumsdiskussionen sowohl
individuelle Aspekte als auch gesellschaftspolitische Strategien
erörtert.
So führte Ronald Grossarth-Maticek aus, wie in jedem
Einzelnen eine revolutionäre Umstellung von Obrigkeitshörigkeit,
Projektion und Erwartungshaltung zu einer selbstbestimmten Aktivität
für das eigene Wohlbefinden stattfinden kann ('Autonmietraining').
Rüdiger Dahlke wies auf die Gefahr der Projektion von
Krankheitsverursachern hin, die viele Menschen daran hindert, wirklich
für sich selbst Gutes zu tun, weil sie immer in ihrem Bewusstsein
im Äußeren verharren und damit nicht dazu kommen, für
ihr eigenes Wohlbefinden zu sorgen.
Antje Bultmann schilderte die Lage der Umweltkranken, wie
z.B. der Multiplen Chemie Sensiblen und E-Smog-Sensiblen und forderte
die Reduzierung der Umweltbelastung.
Stefan Tomek (s.a. 'Ergebnisse' unter 'Veranstaltungen')
führte die gesundheitsförderliche Wirkung von Öko-Kost
aus. Er hatte dafür gesorgt, dass alle TeilnehmerInnen ein
traumhaftes Gourmetmenü (nach Ayurvedischen Kriterien aufgebaut)
genießen konnten.
Theo Petzold (s.a. Vortrag unter 'Veranstaltungen') forderte
dazu auf, sich von der Angstmacherei der PolitikerInnen, Industrie,
Ärzteverbänden usw. nicht mehr beeinflussen zu lassen,
sondern Bewusstsein und Kompetenz zu bilden, Selbstbestimmtheit
(Autonomie) zu entwickeln - die Kompetenz praktizieren - und für
Integration zu sorgen: für persönliche Integration genauso
wie für soziale (wozu auch eine gerechtere Verteilung der Ressourcen
also eine Verminderung der Armut gehört). Er wünscht sich
den Zusammenschluss von autonomen Menschen.
Bernard Wallner (Artabana - Gesundheits-Solidargemeinschaften)
sprach sich für ein solidarisches, gesundheitsbewusstes Leben
in kleineren Gemeinschaften aus.
Ellis Huber sieht auch die Notwendigkeit tiefgehender 'revolutionärer'
Veränderungen im Gesundheitssystem, wenn es in der Zukunft
seine Aufgaben meistern will.
Ulrike Höfken berichtete von erfolgreichen Reformen
im landwirtschaftlichen Bereich, räumte jedoch ein, dass wirkliche
Reformen im Gesundhetiswesen schwieriger seien wegen der größeren
Kapitalssumme, um die viele miteinander verstrickter Lobbys kämpfen.
Ein wichtiges Thema für die Diskussion waren auch Krebserkrankungen.
Therese von Schwarzenberg berichtete, wie sich schwere zwischenmenschliche
Konflikte bestimmte Hirnareale ('Hamersche Herde') dauerhaft aktivieren,
wenn sie nicht gelöst werden. Von diesen Hirnarealen gehen
dann ständige Reizungen auf zugeordnete Organe über, wo
sich ein Krebs bilden kann. Durch eine Konfliktlösung kann
sowohl die Aktivierung der Hirnareale verschwinden wie auch eine
Heilung des Karzinoms stattfinden.
Cornelia van Laar (selbst von Brustkrebs betroffen) hob die
Wichtigkeit der Umstellung der Lebensgewohnheiten auf einer tiefen
Persönlichkeitsschicht hervor.
Auch Silke Schmalfuß-Soth (Krebsforum Stuttgart) betonte
die Wichtigkeit einer psychologisch unterstützenden Begleitung
krebskranker Menschen, die leider von vielen Kassenärzten nicht
mehr geleistet wird bzw. werden kann.
Ronald Grossarth-Maticek führte die Ergebnisse seiner
großen Studien aus, wo sich gezeigt hat, dass gut selbstregulierende
Menschen (z.B. auch nach Autonomietraining) viel seltener an Krebs
und Herzinfarkt sterben und viel länger gesund leben.
Frank Peschanel wies im Zusammenhang mit Krebskranken auf
die Wichtigkeit zu vergeben hin.
Theo Petzold hatte bei vielen Krebskranken ein von der herrschenden
Kultur nicht verstandenes weil verdrängtes Rachegefühl
für tiefliegende (auch emotionale Verletzungen) beobachtet,
welches durch Genugtuung heilen könnte.
Einen ganz anderen Aspekt brachte Prof. Michel Mattoug aus
Straßburg ins Gespräch. Er arbeitet mit Kollegen am juristischen
Maßstäben für Arzt-Patienten Verträge. Er hat
die Verfassungen europäischer Länder untersucht und festgestellt,
dass in keiner Verfassung ein Grundrecht auf Gesundheit verankert
ist. Er möchte über die europäische Verfassung eben
ein solches Recht auf Gesundheit in alle Verfassungen bringen.
Ich halte diese Idee für hervorragend, denn der Achtsamkeit
für gesunde Entwicklung gehört die Zukunft - dem Leben
und auch dem Überleben. Ich bin dafür, dass wir vom GesundheitsParlament
diese Forderung in unser Programm übernehmen:
Ein Grundrecht auf gesunde Entwicklung für jeden Menschen
in der Verfassung verankert!
|